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Wird Moon die Beziehungen mit China reparieren?

2017-05-10 12:38:24 German.people.cn

Die Bevölkerung Südkoreas hat sich für die Diplomatie entschieden und einen Präsidenten gewählt, der die hektische Installation des US-Raketenabwehrsystems THAAD bedauert und seine Bereitwilligkeit für ein Treffen mit Nordkoreas Führer Kim Jong-Un ausgedrückt hat.

Für die chinesische Öffentlichkeit ist die Entwicklung des südkoreanischen Standpunkts zum US-Raketenabwehrsystem THAAD nach der Amtsübernahme des neuen Präsidenten von größter Bedeutung.

Laut den am Mittwoch von der nationalen Wahlkommission veröffentlichten Endresultaten hat der Kandidat der größten Partei Minju, Moon Jae-in, mit einer Unterstützung von 41,1 Prozent die beiden Hauptrivalen weit hinter sich gelassen.

Das Endergebnis kann als Erdrutschsieg im Präsidentschaftswahlkampf betrachtet werden.

Trotz der aktuellen Installation von THAAD ist es wahrscheinlich, dass der neue Präsident das Vorhaben überdenken wird.

Moon hat bereits gesagt, dass Washingtons Schritte zur Installation von Elementen des THAAD-Systems „sehr bedauerlich“ sind. „Für die Regierung Südkoreas ist eine hastige Aufstellung, […] ohne den demokratischen Prozess zu durchlaufen, nicht wünschenswert“, sagte Moon in einem Interview mit der Washington Post. In der Zwischenzeit hat er auch seine Bereitwilligkeit für ein Treffen mit Nordkoreas Führer Kim Jong-Un zur Lösung der Nuklearkrise ausgedrückt.

Das Raketenabwehrsystem würde, anstatt Südkorea effektiv vor potenziellen Angriffen zu schützen, nur die Besorgnis des Nordens aufgrund von Sicherheitsrisiken, denen es gegenübersteht, stärken, und das Land zur Ergreifung radikalerer Maßnahmen bewegen. Pjöngjangs staatliche Zeitung Rodong Sinmun klagte die südkoreanischen Konservativen an, die „politische und militärische Konfrontation“ auf der Halbinsel zu maximieren. „Wenn die konservative Clique wieder an die Macht kommen sollte, verlängert dies die Tragödie“, war in der Zeitung zu lesen. Im Unterschied zu den Konservativen unterstützte Moon die „Sonnenscheinpolitik“ und könnte auf engere Beziehungen mit dem Norden hinarbeiten. Dies würde dabei helfen, Spannungen in der Region abzubauen.

Außerdem bewegen sich die geschätzten Kosten für das THAAD-System zwischen 800 Millionen und 1,6 Milliarden Dollar (735 Millionen und 1,47 Milliarden Euro), was gemäß dem Wissenschaftlichen Dienst des US-Kongresses (CRS) in den Vereinigten Staaten Fragen der Kostenteilung aufwerfen könnte. US-Präsident Donald Trump hat Südkorea aufgefordert, die Kosten für das System und seinen Betrieb zu übernehmen, ein schwerer Schlag für Seoul.

Die südkoreanische Öffentlichkeit hat in mehreren Demonstrationen die Regierung dazu ermahnt, die Installation des THAAD-Systems aufzuheben. Die neue Regierung sollte in Übereinstimmung mit dem Appell der Öffentlichkeit für Frieden und Stabilität handeln.

Das THAAD-System reicht bis tief ins asiatische Hinterland und stellt eine ernsthafte Bedrohung für Chinas sicherheitspolitische und strategische Interessen dar. Auch nach dem Amtsantritt der neuen Regierung bleibt Beijing standhaft in seiner Ablehnung des Systems. Die Regierung Parks beharrte in vollständiger Missachtung von Chinas Interessen auf der THAAD-Aufstellung. Diese Entscheidung hat die chinesische Öffentlichkeit verärgert und sie zu einem freiwilligen Boykott südkoreanischer Produkte motiviert.

Die Aufstellung des US-Raketenabwehrsystems ist eine Frage, welche die neue Regierung für die Klärung ihrer Beziehungen mit China berücksichtigen muss.

Es ist zu hoffen, dass Moon die Initiative ergreifen kann, um die angeschlagenen bilateralen Beziehungen zwischen Beijing und Seoul zu reparieren. Sollte diese Gelegenheit verpasst werden, werden die Beziehungen zukünftig noch größeren Herausforderungen gegenüberstehen.

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